Referenzen

Intergeneratives Zentrum - Ein Haus für Alle in Dülmen

3. Preis im Realisierungswettbewerb "Neubau des Intergenerativen Zentrums

- Ein Haus für Alle in Dülmen"

Mit Neugier, Lernbereitschaft und Vorfreude im Gepäck unterwegs zur Neuen Mitte… Der Auftakt führt über Dülmens historischen Marktplatz zum neuen „Tor“ - der Durchführung, die direkt durch das Rathaus hindurch leitet - mit seinem neuen Eingangsbereich… Bereits hier sind Transparenz und Offenheit zu spüren…

Das Tor durchschritten, führt der Weg sogleich in den augenscheinlichsten Außenbereich der Neuen Mitte…  Der Bereich vermittelt mit seinen ausgewogenen Grün-, Wege- und Terrassenflächen eine hohe Qualität zum Verweilen und Durchschreiten… Aber dafür ist es zu früh - die Neugier auf das neue „Haus für Alle“ überwiegt…

Wie eine moderne Adaption eines Rathausflügels steht der Auftaktbaukörper vor dem Betrachter…

Im Schulterschluss zum Rathausgiebel… Jedoch versetzt, sodass sich der hofartige Zwischenbereich zur St. Viktor-Kirche öffnet… Ein Langhaus - münsterländisch typisch mit großem Satteldach und SANDSTEINFARBENEM KLINKERMAUERWERK - in der Fassade vielfältig und unterschiedlich wie seine Nutzer…

Das Eingangsgeschoss großzügig verglast, einladend, orientierungsfreundlich… Der Zutritt lässt sofort einen schweifenden Blick folgen. Links der offene, multifunktionale Veranstaltungsaal… davor ein „RAMPENPFAD“, der eingeschränkten Besuchern einen angenehmen Weg den halben Meter hinunter zum Saal oder den Weg hinauf zur Mitte des Hauses bietet… Besäumt mit Mäuerchen, die dazu einladen, diesen Pfad auch als Sitz- und Verweilzone zu nutzen…

Nebenan eine kerbenartige Öffnung, die Aufmerksamkeit erzeugt… Der GOTTESWINKEL… Die Oase der Stille… sich zum Lichthof - dem Garten der Stille - öffnend…

Wieder ins Forum zurück, die angrenzende Treppe hinauf zum großen Veranstaltungsaal… Blickbezüge zum Rathaus oder zum Gründungsort Dülmens - dem Bült - lassen den Betrachter heimisch fühlen…

Das kreative Treiben der anschließenden Räume verschafft sich Aufmerksamkeit… Wie an einem hellen Band reihen sich Spiel-, Tanz- und Lernräume aneinander… Zum Kommunikationsflur offen… auffaltbar… transparent, großzügig verglast… Durch Zusammenschalten vergrößerbar und unbestimmt nutzbar…

Die Räume, in denen Bewegung aller Art stattfindet, suchen den Kontakt nach außen durch „FENSTER­VITRINEN“, die von draußen Neugier wecken…

Am Ende des Bandes angelangt, wo sich zur Kirchgasse bzw. zu St. Viktor Verwaltung und Organisation aufreihen, gewinnt zum bunten Treiben Kinderlachen die Oberhand…

Durch den Kreativraum auf die Dachterrasse direkt zu den „Großen“ der Kita St. Anna… Nach viel Staunen, Zuhören und auch Helfen führt der Weg hinunter zu den „Kids“, die darauf warten, ihr Erspiel­tes und Erlerntes zu zeigen, um gemeinsam Abenteuer zu erleben… Vielleicht an die Hand genommen werden… Ab zum „OFFENEN KINDERZIMMER“, der Verlängerung des „Bült“, der mitten durch das Gebäude verläuft - wie eine geschichtliche, allgegenwärtige Spur - und auf den „Tartaninseln“ im durchlaufenden Pflaster Turnkunststücke vorführen… oder Opa Hermann und Oma Kathi bei ihren Geschichten von früher zuhören…

Jetzt geht es hinaus auf den „BÜLT“, der nach wie vor seiner geschichtlichen Bedeutung Rechnung trägt - wenn auch nach Osten gering versetzt - und durch seine im Stadtgefüge besondere Ausrichtung seinen ohnehin besonderen Stellenwert genießt…

Von dort aus unterwegs zum kleinen Plätzchen, an der Schnittstelle Bült und Rathausgasse - winken die Pfarrer aus ihren Wohnhausgärten oder vom Balkon mit Blick auf St. Viktor…

Doch gleich wieder angelockt von einer „Freiluft-Performance“ auf dem grünen „GARTEN DER BEWEGUNG“, der direkt an die Rathausgasse grenzt und zum Mitmachen einlädt…

Angesteckt von der Ausgelassenheit und der Lebensfreude der „Dance-Group“ geht es durch den Bewegungsraum an den „Admin-Räumen“ von Pastorat und Forum-Orga zur Bibliothek… oder doch erst ins Bistro, das auf seiner bandartigen Außenterrasse mit selbstgemachtem Kuchen lockt?

Dort verweilend lässt es sich gut Besucher und Passanten beobachten, die die  Aufenthaltsqualität dieses Bereiches genießen… Besucher des Veranstaltungssaales, die auf der Innen-Terrasse des Marktcafés über die Aufführung diskutieren … geschützt von dem „ÜBERDACHTEN PLATZ“ - einer Veranda, die sich entlang des Veranstaltungsaales streckt und diesen bei gutem Wetter in den Zwischenbereich optisch und funktional erweitert… Alte und junge Leute verschiedenster Kulturen sitzen auf den Bänken entlang des terrassierten „GARTENS DER GENERATIONEN“… Einem Beet, bestehend aus sanft abgetreppten Trapezen, bepflanzt mit „jungen“ und „alten“ Stauden, die die Begriffe Jugend, Blüte, Reife und Vergänglichkeit im Jahreszyklus versinnbildlichen…

Bereit zu neuen Erkundungen sickert der Hinweis durch, dass in der an das Bistro angrenzenden Lehr­küche gerade von den Jugendlichen und den „Oldies“ türkische Pizza zubereitet wird…

Zeit, für ein warmes Stück im Esszimmer ist allemal… zumal man dabei den Kindern von vorhin im angren­zenden Bült“ zuschauen kann…

Der Weg führt nun hinaus auf den Platz vor St. Viktor… die Schnittstelle zwischen dem östlich angren­zenden Spielbereich des St. Anna-Kindergartens und dem westlich gelegenen „PLATZ DER BEGEGNUNG… steinern, eben, von den beiden vorhandenen Linden beherrscht… der angrenzende Platz der Begegnung ist ebenfalls steinern und dazu unbestimmt… lässt so vielfältige „Bespielmöglichkeiten“ zu für Kirch- und Stadtfest… arrondiert von einer breiten terrassenartigen Treppe, die zum Sitzen und Plaudern einlädt… begrenzt wird die Treppe vom Dülmener KRIEGERDENKMAL, dass nun den Gedanken der Öffnung der neuen Mitte auch zur Marktstraße mit unterstützt und zudem von den querenden oder auf der Treppe verweilenden Passanten intensiver wahrgenommen werden kann… begleitet von einem Rasenhang, der eine vorhandene Baumgruppe von bestehenden LINDEN fasst… Um dem neuen Platz der neuen Mitte möglichst hohe Funktionalität zu ermöglichen, wird auf den Erhalt weiterer - im Habitus aber eingeschränkter - Bäume notgedrungen verzichtet… die den neuen Kirchplatz fassenden bestehenden Bäume trösten über diese notwendige Entscheidung hinweg…

Nun zurück über die „Rathaus-Scharre“ auf den Marktplatz… ein kurzer Blick zum neuen Rathaus-Eingang… dem Beginn der Tour mit dem sicheren Gefühl die vier „Wirkungsziele“  von anderen lernen - nicht alleine sein - Glauben erfahren - Impulse setzen -  in baulicher Form erlebt zu haben… und dem Bewusstsein, eine neu verknüpfte QUARTIERSMITTE wahrgenommen zu haben, die um ein in Typus und Maßstab eingebundenes „Haus für Alle“ reicher geworden ist.